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EU-Recht: Versicherungen werden zu geschlechtsneutralen Tarifen gezwungen – Versicherungsmakler stehen zur Prüfung bereit.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem spektakulären Urteil entschieden, dass Versicherungen künftig einheitliche Tarife für Frauen und Männer anbieten müssen. Sie halten die bisherige Regelung unterschiedlicher Gebühren für diskriminierend.
Die Versicherungsbranche denkt jetzt laut über höhere Versicherungskosten für Verbraucher nach.


LUXEMBURG – Ab dem 22. Dezember 2012 ist es mit der gängigen Praxis unterschiedlicher Versicherungstarife zwischen Frauen und Männer vorbei. Ab diesem Tag muss die Versicherungsbranche Unisex-Tarife anbieten. Die bisherige Regelung, dass Frauen und Männer für denselben Versicherungsschutz unterschiedliche Beiträge zahlen mussten, ist vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am 3. März 2011 gekippt worden.

Beanstandet wurde die bisherige Berücksichtigung des Geschlechts als „Risikofaktor“ in Versicherungsverträgen. Sie wurde mit „unzulässiger Diskriminierung“ begründet und gilt für alle Neuverträge ab dem 21. Dezember 2012.

Die Kalkulation von Versicherungstarifen erfolgte bislang nur nach dem „statistischen Risiko“, wobei das Geschlecht häufig eine zentrale Rolle spielte. Frauen bezahlten wegen geringerer Schadenhäufigkeit weniger Beiträge in der KFZ-Haftpflicht,  dafür fielen die Beiträge für die private Rentenversicherung wegen der höheren Lebenserwartung höher aus.


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Vorausgegangen war diesem höchstrichterlichen Urteil ein belgisches Gericht, das die höchsten EU-Richter gebeten hatte, diese Regelung in ihrer Zulässigkeit zu überprüfen.  Dabei berief es sich auf den Gleichbehandlungsgrundsatz, für den es Ausnahmeklauseln gibt. Es wurde jedoch festgestellt, dass diese in der Versicherungswirtschaft unzulässig sind.

Das grundlegende Prinzip

Ob dieses Urteil das bestehende Preisgefüge für Versicherungsschutz bei behält, ist fraglich. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnte wegen der zu erwartenden Unisex-Tarifen bereits vor Tariferhöhungen.
Dagegen sehen Verbraucherschützer keinen Anlass für steigende Prämien, sollte sich das Urteil auf die Kalkulation von Versicherungsbeiträgen durchschlagen. Dabei verweisen sie auf die Einheitstarife bei der Riester-Rente, die auch nur maßvoll gestiegen seien.

Die Regelung mit den Unisex-Tarifen sind so neu nicht. Das EuGH verweist dabei auf die EU-Gleichstellungsrichtlinie aus dem Jahr 2004. Danach verlange sie geschlechtsneutrale „Unisex“-Tarife schon ab dem 21. Dezember 2007, die eine Überprüfung nach fünf Jahren vorsehe – also am 21. Dezember 2012. Ausnahmen seien deshalb nicht zulässig, „um das Ziel der Gleichstellung nicht zu unterlaufen“ , urteilte der EuGH.

Nach Artikel 21 und 23 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union ist die Gleichstellung von Männern und Frauen ein grundlegendes Prinzip der Europäischen Union, die jegliche Diskriminierung wegen des Geschlechts verbieten.

Unisex für alle – Vorsicht ist geboten!

Wer in der nächsten Zeit einen Brief von der Versicherung bekommt, sollte aus Gründen leidvoller Erfahrung grundsätzlich vorsichtig sein. Kunden sollten in den nächsten Monaten besonders aufpassen, wenn es einen Brief mit der Ankündigung neuer Prämien für den Versicherungsschutz von der Versicherung gibt. Denn weil Versicherungen nichts zu verschenken haben und sich oft so ähnlich wie Stromversorger, Gasanbieter oder Tankstellenpächter verhalten, sollten Kunden genau darauf achten, ob und um wieviel Versicherungsschutz teurer werden soll. Denn wenn es eine Möglichkeit gibt, teurer werden zu können, wird diese im Regelfall genutzt und nicht die Möglichkeit, etwas billiger zu machen. Solche Briefe würden meist mit „Leider“ beginnen, einen Hinweis auf die „europäische Rechtsprechung“ beinhalten und dann die Beitragserhöhung als „alternativlos“ (Unwort des Jahres 2010) oder ähnlich bezeichnen.

Nicht abspeisen lassen

Die meisten Altverträge dürften von dieser Regelung nicht betroffen sein und manche Unisex-Verträge könnten bei einem Wechsel sogar billiger werden. Daher sollte man sich weder verunsichern, noch abspeisen, dafür aber genauestens aufklären lassen. Lassen Sie sich eventuelle „Beitragsanpassungen“ ausführlich vorrechnen und begründen.
Lassen Sie nicht unberücksichtigt, dass manche Taschenrechner der Versicherungsbranche „falsch rechnen“ und dies zu lautem Wehklagen Anlass nehmen. So wurde beispielsweise vom Versicherungsverband bei der Einführung von Unisex-Tarifen bei der Riester-Renten scho 2004 davor gewarnt, dass sie den nunmehr unattraktiveren Policen für Männer den „Todesstoß“ geben würden. Zwei Jahre später musste man kleinlaut zugeben, dass die Beiträge alles in allem „nur maßvoll gestiegen“ seien.

Versicherungsmakler kennen das Kleingedruckte

Gut sind diejenigen beraten, die sich von einem Versicherungsmakler vertreten lassen. Denn zu seinen Aufgaben gehört es, die neuen Beitragsrechnungen zu kontrollieren und alle  Möglichkeiten auszuschöpfen, den Vertrag gegebenenfalls bei einem anderen, und dann preiswerteren Versicherer zu versichern. Sie sind jedenfalls auf einen großen Kundenandrang vorbereitet.

Bundesweit finden Sie Versicherungsmakler unter
www.online-versicherungsbuero.de

 

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